Projektmanagement

Projektmanagement ISO/TS 16949

Je nach Projektmanagement Umfang wird der Entwicklungsprozess über einen Projektplan bzw. über das APQP gesteuert. Dieser ist beispielhaft untergliedert in: Produktidee, Definition und Entwicklung, Entwicklung und Planung, Beschaffung und Vorserienbau, Serie. Der Projektlan enthält für alle Projektphasen über alle Zuständigkeiten die zu bearbeitenden Aufgaben und die zu erstellenden Schlüsseldokumente. Zur Erleichterung der Planung sind Standard Verknüpfungen einzuarbeiten. Projektspezifisch sind spezielle Kundentermine zu ergänzen. Der Projektplan ist das zentrale Dokument zum terminlichen Projektfortschritt und soll vom Projektleiter in den regelmäßigen Teamsitzungen gepflegt werden. Die Reifegradprüfung der Projekte erfolgt anhand 6 Quality-Gates die unter Berücksichtigung der erforderlichen Freigaben zu terminieren sind. Die Gliederung des Projektplans bzw. die Anzahl der Quality-Gates kann variieren aufgrund des Projektumfanges. Die wichtigen Schlüsseldokumente im Projektmanagement beinhalten das APQP, die Design- bzw. Prozess FMEA, die Bewertung der Quality Gates und am Ende die Bemusterung VDA 6.2 und/oder PPAP Verfahren.

Automotive Core Tools

MSA, SPC, PPAP, 8D Methodik, APQP, FMEA, PPF VDA
Die Core Tools sind derzeit aktuell in der 4th Edition erschienen. Leider gibt es diesen Band nur auf Englisch. Siehe auch Produkutionslenkungsplan und CQI-8

Produktionslenkungsplan

PLP Kontrolplan Prozesseignung VDA 5

Zur Bewertung des Projektfortschritts bzw. Reifegrad und zur Entscheidung über die weitere Projektbearbeitung werden zum Abschluss jeder Projektphase Quality Gates durchgeführt. Das Projektteam stellt den Projektstatus anhand definierter Schlüsseldokumente, Checklisten und eventuell zusätzlicher Präsentationen vor dem „Lenkungskreis“ dar. Dem Lenkungskreis gehören die Geschäftsleitung und alle Abteilungsleiter an. Die Bewertung und Entscheidung erfolgt durch die Geschäftsleitung in Abstimmung mit den Teilnehmern und wird in der Projektcheckliste dokumentiert. Aufgaben bzw. Maßnahmen aus den Quality Gates werden in einer LOP Datei aufgenommen. Ziel der QG ist das Projektmanagement von der Anfrage des Kunden bis zum Projektabschluss standardisiert abzuarbeiten (siehe Checklisten QG).

Durch die QG Systematik werden alle Prozessschritte in mehreren Projektphasen gegliedert und schliessen immer mit einem Quality Gate ab. Dadurch fungiert das QG als Schnittstelle zwischen zwei Phasen und ermöglicht den Übergang von einer in die nächste Phase. Die QG werden über ein Ampelsystem gesteuert. Für die einzelnen Farben Grün, Gelb, Rot werden Kriterien aufgestellt. Nach Abschluss einer Phase wird im Rahmen einer Teamsitzung eine Bewertung durchgeführt.

Wird eine Phase mit Grün bewertet, so liegen keine Abweichungen zum Soll-Zustand vor. Sind Abweichungen zum Soll-Zustand vorhanden und können behoben werden, wird die Phase mit Gelb bewertet. Bei Bewertung mit Rot liegen signifikante Abweichungen vor die mit einer Maßnahme nicht behoben werden können. Auch wird das Gesamtprojekt durch eine Ampelfarbe bewertet. Die schlechteste Bewertung (Farbe) der vorausgegangenen Phasen wird abschließend durch das Projektmanagement für das Gesamtprojekt vergeben. Die Farbe Rot signalisiert, dass ein QG nicht durchschritten werden darf bzw. erfolgt keine Freigabe.

QG1 = Projektfreigabe
QG2 = Konzeptfreigabe
QG3 = Beschaffungsfreigabe
QG4 = Bewertung Reifegrad Produkt/Prozess
QG5 = Serienprozessfreigabe
QG6 = Prozessbewertung

Die Bewertung des Reifegrades im Projektmanagement erfolgt anhand Checklisten. Für alle Bereiche werden entsprechend der Projektphase die Aufgaben und Dokumente mit einer Ampelbewertung gemessen. Hierfür ist neben der Erstellung von Dokumenten vor allem der fachliche Inhalt, wie z.B. die Einhaltung der Kostenziele oder die erfolgreiche Nachweise für die Bewertungsbasis. Der Statusbericht stellt als komprimierte Übersicht die Summenbewertung aller Bereiche dar. Hier werden auch die Ergebnisse der absolvierten Quality Gates dokumentiert.


BEWERTUNGSREGELN:

  • Grün: Aufgaben erfolgreich abgeschlossen, Dokument erstellt.
  • Gelb: Aufgaben erfolgreich abgeschlossen, Dokument unvollständig; Aufgaben im Wesentlichen erfolgreich abgeschlossen, für offenen Aktionen oder Korrekturmaßnahmen liegt ein abgesicherter Maßnahmenplan vor.
  • Rot: wesentliche Aufgaben offen, keine abgesicherten Maßnahmen, Projektteam benötigt Unterstützung.

Durch die Ermittlung der Kundenanforderungen wird geprüft ob alle relevanten Kundenforderungen vorliegen. Nicht nur die Ansprüche an das Produkt und an den Prozess, sondern auch Anforderungen an die Lieferung, den Service nach der Lieferung, Instandhaltung oder Entsorgung sind zu berücksichtigen. Es sind nicht nur die technischen Details wichtig, sondern auch Informationen über Anwendung und Einsatz der Leistungserbringung beim Kunden. Wenn alle relevanten Daten für eine Herstellbarkeitsbewertung vorliegen, ist diese mittels Checkliste durchzuführen. Die Art und Weise der Durchführung kann man in einer Prozessbeschreibung z.B. Ermittlung Kundenanforderungen dokumentieren.

Die vom Kunden erhaltenen Informationen werden auf durch das Projektmanagement auf ihre qualitative, technische, logistische, finanzielle und umwelttechnische Machbarkeit (Vertragsprüfung) durch alle Fachabteilungen (falls Erforderlich) geprüft. Die Vertragsprüfung ist Bestandteil der Projekt- und Angebotsfreigabe. Die gesetzlichen Forderungen und die besonderen Merkmale werden dabei beachtet. Dazu gehören auch die Zoll- und Exportkontrollen.

Bei unvollständigen Angaben in der Kundenanfrage wird mit dem Kunden Kontakt aufgenommen, um die Aspekte zu klären. Das daraufhin erstellte Angebot wird mit den Hinweisen aus den einzelnen Fachabteilungen auf die korrigierten Aspekte dem Kunden zugestellt. Eingehende Aufträge werden mit den Anfrage- und Angebotsunterlagen verglichen. Sollten Aspekte aus dem Angebot variieren, so ist eine Klärung durchzuführen, ggf. auch ein neues Angebot an den Kunden zu unterbreiten.

Die Herstellbarkeit bzw. Machbarkeitsbewertung zum Kunden wird im Rahmen der Vertragsüberprüfung durchgeführt. Es werden alle möglichen Aspekte bei der Herstellbarkeitsbewertung berücksichtigt. Die bei der Vertragsüberprüfung zur Verfügung stehenden Dokumente wie zum Beispiel Zeichnungen und/oder Spezifikationen, Lastenhefte, Kundenanforderungen und Normen werden als Grundlage der Beurteilung verwendet. Punkte der Herstellbarkeit die mit „Nein“ beantwortet werden, müssen mit einer Bemerkung erläutert werden. Werden bei einem Projekt Zukaufteile verwendet, so muss auch gegenüber den/der Lieferanten eine Herstellbarkeitsbewertung durchgeführt werden (siehe Checkliste Herstellbarkeitsbewertung).

Besondere Merkmale können sich auf das Produkt und/oder den Prozess auswirken und erhöhte Kosten und Prüfaufwand verursachen. Die Prüfung der Realisierbarkeit von besonderen Merkmalen ist im Rahmen der Herstellbarkeit zu gewährleisten. Soweit keine anderslautenden Vereinbarungen mit den Kunden getroffen wurden, muss jedes besondere Merkmal durch Prozessfähigkeitsnachweise oder einer 100% Kontrolle abgesichert werden. Eingeschlossen in die Prüfung sind auch besondere Merkmale zum Lieferanten. Hier kann man eine Verfahrensanweisung für besondere Merkmale erstellen (Art, Umgang etc..

Die Prozessentwicklung der Mustermann GmbH wird über einen Projektplan gesteuert. Der Projektplan wird über das Projektmanagement bzw. den Projektverantwortlichen gepflegt. Dieser untergliedert sich in Produktidee, Definition und Entwicklung, Entwicklung und Planung, Beschaffung, Vorserie, Serie und kann je nach Projektgröße variieren. Der Projektplan enthält für alle Projektphasen über alle Zuständigkeiten die zu bearbeitenden Aufgaben und die zu erstellenden Schlüsseldokumente.

Zur Erleichterung der Planung sind Standard Verknüpfungen einzuarbeiten. Projektspezifisch sind spezielle Kundentermine zu ergänzen. Der Projektplan ist das zentrale Dokument zum terminlichen Projektfortschritt und wird durch den Projektleiter gepflegt. Dazu wird in regelmäßigen Abständen eine Teamsitzung einberufen. Die Reifegradprüfung der einzelnen Projektphasen erfolgt anhand Quality Gates bzw. Milestones und kann aufgrund Umfang eines Projektes variieren (siehe Standard Projektplan).

Der Projektleiter hat im Wesentlichen seinen Schwerpunkt zum Kunden hin und ist im Projektmanagement die verantwortliche Person. Dieser besteht in der Abstimmung des Projektplans / -status und anschließend in der Überwachung der internen Umsetzung. Weitere direkte Kundenkontakte erfolgen nach Abstimmung mit dem Projektteam und den Fachbereichen.

Der Projektleiter ist im Rahmen der Projektarbeit den Projektmitgliedern gegenüber weisungsbefugt. Der Projektleiter und das Projektteam werden über eine Bestellung oder Beauftragung für das Projekt benannt (siehe Bestellung Projektleiter). Der Projektleiter ist für Termine, Kosten (Budget) und den Kundenanforderungen gegenüber der Geschäftsleitung verantwortlich.

  • die Erfüllung des Lastenheftes
  • die Termineinhaltung lt. Projektplan
  • die Berücksichtigung der kundenspezifischen Normen und Vorschriften
  • Einkaufsbedingungen
  • Z.B. MBST (Mercedes Benz Special Terms)

Der Ansprechpartner gegenüber den Kunden ist der Projektleiter. Der PL sichert ab, dass an den Schnittstellen zwischen Fa. Mustermann GmbH und den Kunden eine „gemeinsame Sprache“ für technische Spezifikationen oder anderer wichtiger Dokumente gesprochen wird. Der Projektleiter ist im Projektmanagement auch verantwortlich für die Koordination sowie für die Termine und Kosten.

APQP – ADVANCED PRODUCT QUALITY PLANING

Advanced Product Quality Planning (APQP) steht für Fehlervermeidung und Fehlererkennung. Der APQP eignet sich für alle Phasen des PEPs und wird durch eine Quality-Gate-Systematik unterstützt. APQP ist eine Methode zur Definition und Steuerung von notwendigen Ablaufschritten um sicherzustellen, dass der Kunde zufriedengestellt wird. Der APQP koordiniert den Informationsfluss zwischen allen am Projekt beteiligten Personen. Vorgegebene Projektschritte werden strukturiert abgearbeitet und mittels Checklisten überwacht. Ziel ist es, eine vollständige Transparenz über den Projektstand und Projektressourcen zu schaffen. Die Philosophie die dahinter steht ist, dass die erwartete Qualität nicht am Ende geprüft, sondern konsequent von Anfang an umgesetzt wird – vorrausschauender Qualitätsplanung. Um die Qualität sicherzustellen, kommen während der Abarbeitung des APQPs verschiedene Tools zur Anwendung:


  • Fehlerbaumanalyse
  • Design of Experiments (DoE)
  • Ursache Wirkungsdiagramm (Ishikawa)
  • Quality Function Deployment (QFD)
  • Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA)
  • Poka Yoke (Fehlervermeidung – Handhabungssicherheit)
  • Statistische Prozesskontrolle SPC
  • Produktionsteil-Freigabeverfahren PPF/PPAP

Schlüsseldokumente

SOLL:IST VERGLEICH

Zentrales Dokument zur regelmäßigen und standardisierten Bewertung der Kosten ist der Soll-IST Vergleich. Auf Basis der Vertragsüberprüfung und der Kundengespräche wird zur Projektfreigabe QG1 ein Planstand der Herstellkosten, Termine erarbeitet. Änderungen der Sollwerte erfolgen nach abgeschlossenen Verhandlungen mit den Kunden. Dieser stellt die Zielvorgabe für das Projektteam dar. In diesem Rahmen kann das Projektteam (Projektmanagement) Kostenanteile verändern, wenn z.B. aufwendigere Zukaufteile die Aufwendungen für die Montage reduzieren, oder teurere Werkzeuge einen reduzierten Teilepreis ermöglichen (siehe Formular SOLL:IST Vergleich).

PRODUKTIONSLENKUNGSPLAN PLP

Der abteilungsübergreifende Ansatz steht im Vordergrund bei der Erstellung eines PLPs. Der Zweck eines Produktionslenkungsplanes ist die Bereitstellung alle notwendigen Informationen und somit eine schriftliche Beschreibungen für das zur Prüfung von Produkt und Prozessen eingesetzte System. Ein Produktionslenkungsplan ist erforderlich für Prototypen, Vorserie und Serie. Für die Erstellung eines Prototypen PLP wird in der Regel der vollständige Meßbericht KMM verwendet (siehe VA Produktionslenkungsplan PLP).

PROZESS FMEA

Ziel der Prozess FMEA ist, Risiken vorab zu erkennen und durch geeignete Abstellmaßnahmen zu minimieren. Die Prozess FMEA startet nach der Konzeptfreigabe QG2 und muss bis zu Beschaffungsfreigabe QG3 vorliegen. Es existieren Gruppen FMEAs die um teilespezifische und/oder Kundenanforderungen ergänzt werden (siehe Gruppen FMEAs).

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