Kritische Merkmale

Besondere Merkmale | Dokumentationspflichtige Merkmale

Umsetzung im Umgang mit dokumentationspflichtige Merkmale und kritische Merkmale hinsichtlich gesetzlicher Vorgaben, Kundenforderungen und der Risikominderung im Falle einer Produkthaftung. Das ProdSG gilt gemäß §1 Satz 1, wenn im Rahmen einer Geschäftstätigkeit Produkte auf dem Markt bereitgestellt, ausgestellt oder erstmals verwendet werden. Eine Markteinführung ist gemäß §3 nur dann erlaubt, wenn es bei bestimmungsgemäßer oder vorhersehbarer Verwendung die Sicherheit und Gesundheit von Personen nicht gefährdet.

DOKUMENTATIONSPFLICHTIGE MERKMALE

Werden dokumentationspflichtige Merkmale (CC) in der Organisation verwendet, sollte ein Produktsicherheitsbeauftragter benannt werden. Der Produktsicherheitsbeauftragte hat durch Schulung und durch langjährige Berufserfahrung alle Kenntnisse zur Ausübung der gestellten Aufgaben erworben. Der PSB hat die Befugnis Einzelteile in der Produktion sowie Lieferungen von Dienstleister zu sperren falls sicherheitsrelevante Abweichungen nicht ausgeschlossen werden können.

BESONDERE MERKMALE DEFINITION

Dokumentationspflichtige Merkmale (CC) nach ISO/TS 16949:2009 sind kritische Merkmale bzw. Sicherheitsmerkmale und haben Einfluss auf die Sicherheit und die gesetzlichen Vorgaben der Produkte. Funktionsmerkmale (SC) nach ISO/TS 16949 sind signifikante Merkmale und haben Einfluss auf die Funktion von Produkten und damit auf die Kundenzufriedenheit der Endkunden.

Definition BMS

  • Gesetze (EG/ECE, FMVSS usw.)
  • Kundenspezifikationen (Zeichnungen, Lastenhefte usw.)
  • Interne Regelung (Standards, usw.)
Dokumentationspflichtige Merkmale

Besondere Merkmale IATF 16949

Dokumentation und Kennzeichnung sind für Besondere Merkmale analog zur ISO/TS 16949 durchzuführen. Neu in der IATF 16949 ist, dass im Abschnitt 8.3.3.3 „Besondere Merkmale“ eine Strategie gefordert wird, für die Lenkung und Überwachung von Produkten und Produktionsprozessen im Bezug auf Besondere Merkmale.

Schulung Produktionslenkungsplan

Schulung Aufbau | Umsetzung Produktionslenkungsplan PLP

PRÜFUNG DER REALISIERBARKEIT

Im Rahmen des Projektmanagements bzw. der Vertragsüberprüfung müssen die daraus erwachsenden Verpflichtungen abgesichert werden. Für die besonderen Merkmale darf keine Sonderfreigabe und Abweicherlaubnis ohne Kunden Information erfolgen. Die besonderen Merkmale sind durch Prozessfähigkeitsnachweise oder 100% Kontrollen abzusichern.

IDENTIFIZIERUNG DER BESONDEREN MERKMALE

Die aus der Definition resultierenden Merkmale sind in den internen Dokumenten und an den Anlagen zu identifizieren. Die Kennzeichnung bei dokumentationspflichtigen Merkmalen von Qualitätsaufzeichnungen, Produktions- und Prüfeinrichtungen erfolgt anhand einer deutlich erkennbaren Kennzeichnung als sicherheitsrelevantes Teil.

 

  • Zeichnungen/Stücklisten
  • Spezifikationen/Lastenhefte
  • Prozess FMEA
  • Produktionslenkungsplan
  • Prüf- und Werkeranweisungen
  • Verfahrensanweisungen und Produktionspläne (nur bei Dokumentationspflicht)
  • Qualitätsaufzeichnungen (Prüfberichte, Zertifikate) (nur bei Dokumentationspflicht)
  • Schulungs- und Unterweisungsnachweise (nur bei Dokumentationspflicht)
  • Prüfeinrichtungen (nur bei Dokumentationspflicht)
  • Montageeinrichtungen (nur bei Dokumentationspflicht)

KENNZEICHNUNG

Dabei sind das Dokument selbst und das Merkmal im Dokument nochmals direkt zu kennzeichnen. Die Identifizierung von Produktionsunterlagen und Einrichtungen (z.B. Prüfpläne, Produktionslenkungspläne) beschränkt sich auf Arbeitsgänge, bei denen ein sicherheitsrelevantes Merkmal (CC) generiert oder verändert werden kann. Die Kennzeichnung bei Funktionsmerkmalen (SC) erfolgt direkt im Dokument beim festgelegten Merkmal. Das Dokument selbst muß nicht extra gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung für Funktionsmerkmale erfolgt mit einem „SC“ in den Dokumenten. Wenn vom Kunden gefordert, erfolgt die Kennzeichnung der Dokumente nach den Kundenvorgaben. Verantwortlich für die entsprechende Kennzeichnung ist z.B. das Projektmanagement.

AUFBEWAHRUNGSDAUER

Alle Dokumente und Qualitätsaufzeichnungen zu dokumentationspflichtigen Merkmalen unterliegen einer besonderen Nachweisführung und sind mindestens 15 Jahre nach der letzten Eintragung aufzubewahren (siehe auch VDA Band 1 Dokumentation und Archivierung). Der Aufbewahrungsort muß Schutz bieten gegen Licht, Feuer und Nässe. Produktaudits müssen für alle Artikel der Organisation die als CC (dokumentationspflichtige Teile) ausgewiesen sind, durchgeführt werden.

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