Lieferantenbewertung

Für die Durchführung der Lieferantenbewertung kommen nach Möglichkeit interne Software Lösungen zum Einsatz. Viele Unternehmen nutzen die Möglichkeiten des unternehmenseigenen ERP System für die Bewertung der Lieferanten. Die Erfassung der Daten erfolgt in der Regel über den Wareneingang. Das ERP System bewertet anhand vorgegebener Kriterien den Wareneingang und bildet daraus eine Kennzahl. Das ERP System summiert die Bewertungen und bildet letztendlich eine Bewertungszahl und stuft den Lieferanten in A-, B-, C-Lieferant ein.

Um einen Lieferanten realistisch einschätzen zu können bezüglich seiner Lieferleistung benötigt die Lieferantenbewertung noch weitere Kennzahlen aus den verschiedensten Bereichen. Weitere Bewertungskriterien können zum Beispiel sein: die Bewertung der Produktqualität, Liefertreue (Mengen- und Termintreue), Ausschusszahlen in Form von PPM (parts per million), Reaktionszeiten bei der Reklamationsbearbeitung, Kommunikation und der Preis. Einige der Bewertungskriterien unterliegen der subjektiven Abschätzung.

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Kriterien Lieferantenbewertung

In erster Linie entscheidet die Qualität der gelieferten Produkte über die gelieferte Leistung und fliesst beispielsweise mit einem Faktor zu 60% in die Lieferantenbewertung ein. An zweiter Stelle steht die Liefertreue mit bspw. 30% Gewichtung und die restlichen 10% werden anhand subjektiver Abschätzung gewichtet. Aufgrund der Forderungen nach einem Umweltmanagement System werden in den meisten Fällen auch die Umweltleistung eines Lieferanten mit einem Prozentsatz bewertet – in der Regel mit 5% Gewichtung. Wenn kein UMS vorhanden, kann dadurch die Lieferantenbewertung hinsichtlich A-Status nicht beeinflusst werden. Bewertet wird ob der Lieferant ein anerkanntes, zertifiziertes Umweltmanagement System implementiert hat. Das kann einfach über eine jährliche Zertifikatsabfrage erfolgen.

Die Lieferantenbewertung kann halbjährlich oder Jährlich an den Lieferanten herausgegeben werden. Die Einstufung des Lieferanten als B-, oder C-Lieferant erfordert vom Lieferanten Maßnahmen. In den meisten Fällen existieren auch Eskalatstufen, gestaffelt nach verschiedenen Kriterien, die bei einer Einstufung schlechter als A-Lieferant angezogen werden.

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Beispiel für einen Aufbau der Kriterien für die Lieferantenbewertung

Lieferantenentwicklung

Die Lieferantenentwicklung ist nach der Lieferantenbewertung die nächste Stufe im Lieferantenmanagement. Aufgrund der Bewertung muss/müssen der/die Lieferanten Unterstützung erhalten und auf den Weg zur möglichen A-Einstufung begleitet werden.

NORMFORDERUNGEN

Die neue ISO 9001:2015 fordert im Kapitel 8.4 (Kontrolle von externen bereitgestellten Produkten und Dienstleistungen), dass Kriterien für die Beurteilung, Auswahl, Leistungsüberwachung und Neubeurteilung von externen Anbietern eingeführt und angewendet werden. Die ISO/TS 16949 fordert im Abschnitt 7.4.3.2 (Lieferantenüberwachung), dass die Leistung des Lieferanten mit folgenden Kriterien überwacht werden müssen: Konformität eingehender Produkte, Störungen beim Kunden einschliesslich Feldausfälle, die Liefertreue einschliesslich der Zusatzfrachtkosten (Sonderfahrten) und Sonderstatus Mitteilungen vom Kunden.

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