PPM RATE

Die PPM Rate (Defect Parts per Million) gibt an, wie viele n.i.O Teile pro einer Million gelieferten Teilen aufgetreten sind. Prozesse mit einem grösserem Risiko, verdeckte Fehler (z.B. Lunker beim Gießen) erfordern eine höhere zugestandene Quote als Prozesse mit überwiegend offenen Mängeln (z.B. Maßfehler beim Drehprozess). Die PPM Rate findet sich vor allem bei der Ermittlung der Qualitätsfähigkeit für die Anlieferqualität von Produktionsmaterialien wieder.

ppm rate

Nach dem SOP (Start of production) sind noch viele versteckte Fehler im Prozess und müssen durch Optimierungen und einfliessende KVP Maßnahmen beseitigt werden. Um diesen Umstand Rechnung zu tragen, werden PPM Raten in Rahmenverträgen oder Qualitätssicherungsvereinbarungen (QSV) gestaffelt und sind im 1. Halbjahr höher als in den darauffolgenden Zeitabständen. Die Zeitabstände werden meist halbjährlich vereinbart. Um vergleichbare Bewertungen durchführen zu können ist es sinnvoll die Lieferanten nach Herstellungsverfahren einzuteilen.

PPM Regelungen

PPM Regelungen sind vor allem in der Automobilindustrie zu finden und werden oftmals als „Einnahmequelle“ mißbraucht. Strafzahlungen wenn die ppm rate überschritten wurde sind keine Seltenheit. Vor allem kleine mittelständische Unternehmen unterschreiben QSVs oder Rahmenverträge mit PPM Raten die unrealistisch und nicht an das Herstellungsverfahren des Lieferanten angepasst sind. Wenn sie mit ihren Lieferanten PPM Raten vereinbaren sollten sie die Herstellungsverfahren (Gruppen) der Lieferanten in den Prozess mit einbeziehen. Dazu empfehle ich folgende Vorgehensweise. Zerspanende und umformende Herstellungsverfahren wie zum Beispiel Drehen, Fräsen, Tiefziehen bilden ein Gruppe, Kunststoffspritzgießen, Spritzguss bilden eine andere Gruppe mit jeweils unterschiedlicher PPM Raten. Wenn sie ihre Lieferanten in den verschiedenen Gruppen eingeteilt haben vergeben sie je Gruppe eine realistische PPM Rate.

ppm rate

In der Automobilzulieferindustrie werden PPM Raten mit unterschiedlichen Zählweisen eingesetzt. Bspw. beim Sortieren von Nichtkonformen Produkten werden nur die bei der Sortierung festgestellten fehlerhaften Teile in die PPM Bewertung einbezogen. Fehlen bei der Erstbemusterung (EMPB) relevante Dokumente so werden diese als eine „Unvollständige Lieferung“ angesehen und mit 1 Teil in der PPM Bewertung herangezogen. Bei der Nacharbeit von Produkten werden die tatsächlich nachgearbeiteten Teile in die PPM Bewertung aufgenommen.

Die Betrachtungsweise und Zählweise von PPM Bewertungskriterien ist Abhängig von den kundenspezifischen Forderungen ihrer Kunden. Wichtig ist eine zeitnahe Rückmeldung an den Kunden wie viele Nonkonforme Teile bspw. bei einer Sortierung gefunden wurden. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass die gesamte Lieferung in die PPM Bewertung aufgenommen wird.

Lieferantenbewertung

Die Lieferantenbewertung ist ein Instrument um die Qualitätsfähigkeit von Lieferanten mit vergleichbaren Bewertungen untereinander zu beurteilen. Die Fehlerrate Parts per Million (PPM Rate) ist die aussagefähigste Bewertung um die Qualität eines Lieferanten beurteilen zu können. Neben der PPM Rate können noch die Anzahl der Reklamationen und Fehlerkosten als Bewertungskriterien aufgenommen werden. Hinzu kommen noch die Mengen- und Liefertreue, Abfragen von Zertifikaten wie z.B. DIN EN ISO 14001 ff. und Service. Die Lieferantenbewertung sollte mindestens 1x Jährlich durchgeführt werden. Viele Unternehmen haben für die Durchführung der Lieferantenbewertung ein CAQ Modul mit Schnittstelle zum ERP System und können somit auf Knopfdruck eine aktuelle Lieferantenbewertung durchführen.

Fehlerrate

Die Fehlerrate parts per million (PPM) ist als Zielvereinbarung in der Qualitätssicherungsvereinbarung (QSV) vereinbart. Diese QSV beinhaltet neben allgemeinen Sachthemen auch Themen hinsichtlich des eingesetzten Qualitätsmanagement Systems beim Lieferanten. In der QSV sollte der Umgang mit Reklamationen definiert werden. Z.b. in schriftlicher Form mittels 8D-Report, Erstantwort Schritt 1 bis 3 innerhalb 48 Stunden und so weiter. Als Anhang wird dann eine Zielvereinbarung abgeschlossen die die PPM Rate enthält. Diese Kennzahl sollte einer permanenten Überwachung unterliegen. Wie bereits beschrieben in halbjährlichen Abständen mit dem Ziel der ständigen Verbesserung (Null-Fehler-Philosophie). Die Fehler (defect) können zum Beispiel wie folgt standardisiert werden:

Ermittlung PPM Rate

  • Teile die Maßabweichung, fehlende Kennzeichnung, Werkstofffehler beinhalten gehen zu 100% in die PPM Bewertung ein – Lieferant kann 100% sortieren und die tatsächliche Fehleranzahl mitteilen
  • Falschlieferung können als fehlerhafte Menge mit „1“ bewertet werden
  • Verpackungsvorschrift falsch angewendet – Bewertung mit „1“