Messsystemanalyse MSA

Verfahren 1 | Verfahren 2 | Verfahren 3

Jeder Messsystemanalyse MSA geht eine Analyse der Auflösung des verwendeten Messmittels voraus. In der Praxis werden üblicherweise zwei Untersuchungsmethoden verwendet: das Verfahren 1 sowie das Verfahren 2. Die Analyse der erfassten Daten wird oft mit Statistiksoftware-Paketen durchgeführt. Bei diesem Verfahren wird untersucht, ob die Messwertanzeige im Verhältnis zur Toleranz genau genug aufgelöst dargestellt wird. Im Allgemeinen werden 5% der Toleranz als Grenze herangezogen.

Produktionslenkungsplan

Alle im Produktionslenkungsplan PLP aufgeführten Prüf- /Messsysteme muss eine Messsystemanalyse MSA – soweit anwendbar – für alle eingesetzten Prüfsysteme durchgeführt werden. Damit dem eingesetzten Messsystem Vertrauen geschenkt und Verbesserungen eingeleitet werden können.

Beurteilung von Messsystemen

Für jede Art von Messsystemen müssen statistische Untersuchungen zur Analyse der Streuung der Messergebnisse durchgeführt werden. Diese Anforderungen muss für alle Messsysteme, auf die im Produktionslenkungsplan Bezug genommen wird, angewendet werden. Siehe hierzu Abschnitt 7.1.5.1.1 Beurteilung von Messsystemen IATF 16949.

Messsystemanalyse MSA
Messsystemanalyse MSA

Verfahren 1

Das Verfahren 1 soll die Genauigkeit und Wiederholpräzision eines Messsystems feststellen. Für die Untersuchung verwendet man ein Normal (Vergleichsgegenstand/-material) mit bekannten Merkmalswert. Das Normal wird im Regelfall 50mal, mindestens 25mal, gemessen und dabei nach jeder Messung wieder zurückgelegt. Die Indizien Cg und Cgk werden auf Basis der Standardabweichung der Messwerte und der systematischen Messabweichung berechnet. Als Toleranzbereich für die Berechnung wird ein festgelegter Prozentsatz der Merkmalstoleranz oder Merkmalsstreuung verwendet.

Verfahren 2

Zudem sollten die Teile bei jedem Durchgang in zufälliger Reihenfolge gemessen werden, sodass sich die Bediener nicht an Messergebnisse aus vorausgegangenen Messungen erinnern können. Nach Abschluss der Messungen werden für jeden Bediener ein Gesamtmittelwert sowie ein durchschnittlicher Spannweitenwert, welcher auf den Differenzen zwischen den größten und kleinsten ermittelten Messwert basiert, berechnet. Die Differenz zwischen dem größten und kleinsten Bedienermittelwert besitzt eine Aussagekraft über die Vergleichspräzision. Auf Basis der Wiederhol- und Vergleichspräzision wird dann die Gesamtstreuung des Messmittels berechnet und in Beziehung zur Merkmalsstreuung bzw. Toleranz gesetzt.

Verfahren 3

Bei den Verfahren 3 handelt es sich um ein Sonderverfahren der Messsystemanalyse MSA. Es wird eingesetzt bei Messsystemen ohne Bedienereinfluss. Beispielsweise bei einer 3D Koordinatenmessmaschine.

Ursache-Wirkung

Messsystemanalyse MSA

Zusammenfassung

Messsystemanalyse Verfahren 1

Die MSA des ersten Typs zielt auf die Prüfung der Genauigkeit und Wiederholpräzision des Messsystems ab. Des Weiteren dient sie der Gewinnung von Erkenntnissen über die Fähigkeit und Auflösung des Messsystems.

Vorgehensweise

Ein und dasselbe Referenzteil, dessen Ausprägungen bekannt sind (Referenzwert), wird unter identischen Bedingungen (gleicher Messaufbau am gleichen Ort, identischen Umgebungsbedingungen, ein Prüfer) 30 (bis 50) mal unter jeweiligem Zurücklegen des Prüflings gemessen


Messsystemanalyse Verfahren 2

Das Verfahren prüft die Wiederholpräzision und Vergleichspräzision des Messsystems. Außerdem soll die Auflösung des Messsystems überprüft werden.

Vorgehensweise

Bei der Durchführung einer Gauge R&R für stetige Merkmale gilt die Regel, dass das folgende Produkt grösser als 30 sein sollte: Anzahl Prüflinge x Anzahl Prüfer x Anzahl Wiederholungs-messungen

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